Fächerübergreifendes Europa-Projekt

28.06.2019 12:00

Was verbindet die Europäer? Welche Rolle spielt dabei das Weltkulturerbe? Warum ist es heute von immenser Bedeutung, dass die verschiedenen europäischen Staaten zusammenarbeiten? Das sind Fragen, mit denen sich 150 Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule in diesem Projekt fächerübergreifend beschäftigt haben.

Als UNESCO-Projektschule orientiert sich die Humboldtschule Bad Homburg in ihrer Arbeit an Leitlinien der UNESCO wie z.B. der „Welterbeerziehung“ und der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Aus diesem Grund hat sich die Humboldtschule im Schuljahr 2018/19 in Zusammenarbeit mit dem Peutinger Gymnasium Ellwangen um die Teilnahme an „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, dem Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, beworben und ein breit angelegtes Projekt zum Thema „Europa: Mythos und Welterbe“ durchgeführt. Das Projekt war ein Beitrag im Themenfeld „Gelebtes Erbe“ der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.

Europa-Projekt der Humboldtschule
Humboldtschülerinnen und -schüler in Straßburg

Die Schülerinnen und Schüler haben fächerübergreifend in verschiedenen Lerngruppen in Englisch, Französisch, Latein, Kunst, Musik, Politik und Wirtschaft und in den UNESCO-AGs der Sekundarstufen I und II Recherchen zum Thema angestellt: In der Q4 setzten sich die Schüler fächerübergreifend mit Straßburg als Welterbestätte und seinen europäischen Institutionen auseinander. Bei einer Exkursion dorthin drehten die Jugendlichen einen Film, der sich mit der aktuellen Situation in Europa auseinandersetzt. Vom Popchor der Jahrgangsstufen 5-7 wurde die Europahymne einstudiert. Der Fachbereich Kunst beschäftigte sich in der Oberstufe mit verschiedenen europäischen Mythen und erstellte im Jahrgang 9 einen Film zum Thema „KLIMA EXTREM. Szenario 2098 – Europas UNESCO-Welterbestätten in Gefahr?“. In PoWi setzte sich die Jahrgangsstufe 9 mit der aktuellen Situation in Europa – den Themen Grenzen, nationalistische Bewegungen etc. – auseinander. Die UNESCO-AGs untersuchten verschiedene europäische Welterbestätten. Im Fach Latein stellten die Schülerinnen und Schüler sich zunächst die Frage, woher der Name „Europa“ kommt. Dabei wurde schnell der Mythos von Europa und Zeus gefunden, der unter anderem verdeutlicht, dass die gemeinsamen kulturellen Wurzeln der Europäer in der Antike liegen. Das kann man heute noch an verschiedenen antiken Welterbestätten erkennen. Der Leistungskurs Latein der E-Phase recherchierte daher über die Welterbestätte „Pompeji“ und fand heraus, dass die Römer ihre kulturellen Errungenschaften, wie sie in der antiken Stadt zu finden sind (Wasserleitungen, Thermen, Fußbodenheizungen etc.), in ganz Europa verbreiteten, z.B. auch am Limes.

Europa-Projekt 2019
Am Pompejanum in Aschaffenburg

Dementsprechend lag ein weiterer Schwerpunkt des Projekts auf der UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches – Limes“. Die Schülerinnen und Schüler des Wahlunterrichts Latein im 9. Schuljahr fanden heraus, dass der Limes durch zehn europäische Staaten verläuft und in verschiedene Abschnitte eingeteilt ist: Antoninuswall, Hadrianswall, Niedergermanischer Limes, Obergermanisch-Raetischer Limes, Donaulimes. Dabei wurden unterschiedliche Bauweisen des Limes, Kastelle, Wachttürme, das Leben der Menschen am Limes und vieles mehr untersucht. Die am Projekt Beteiligten fanden aber auch heraus, dass die europäischen Staaten eng zusammenarbeiten müssen, um den Limes europaweit zu schützen. Fazit der Jugendlichen: Die ehemalige Grenze des römischen Reiches trennt die Länder nicht mehr, sondern verbindet sie. In diesem Zusammenhang untersuchten die Schüler auch die Frage, ob der Schutz des Limes in ihrer Heimat nachhaltig gewährleistet ist oder ob der Bau von Windrädern, der hier zeitweise zur Diskussion stand, das Denkmal gefährden kann. Exkursionen nach Aschaffenburg ins Pompejanum sowie zu Saalburg und Limes bildeten Höhepunkte bei der Projektarbeit.

Die Ergebnisse aller Schülerinnen und Schüler wurden in einer Ausstellung Mitte Juni im Medienzentrum der Humboldtschule präsentiert, die durch eine Ausstellungseröffnung mit vielen Gästen eingeleitet wurde. Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Projekt neben der Förderung von „denkmal aktiv“ und der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. von ausgesprochen vielen weiteren Personen und Institutionen unterstützt wurde: Stadt Bad Homburg (Herr Hetjes – Oberbürgermeister), Saalburgmuseum (Herr Dr. Amrhein, Herr Schwarz, Herr Herrmann), Deutsche Limeskommission (Frau Dr. Matesic), Landesamt für Denkmalpflege Hessen/Abteilung hessenARCHÄOLOGIE (Herr Dr. Mückenberger). Bei allen möchten wir uns ganz herzlich bedanken!