Bilingualer Unterricht

Alle Schülerinnen und Schüler, die Französisch als 1. Fremdsprache gewählt haben, erhalten bilingualen Unterricht, also Sachfachunterricht auf Französisch in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Geschichte und Erdkunde (7.-9. Klasse).

In der Einführungsphase bietet die Humboldtschule einen Model United Nations-Zusatzkurs in Politik und Wirtschaft in englischer Sprache an. Zusätzlich findet in der Jahrgangsstufe 8 Unterricht in Politik und Wirtschaft in einer Klasse in englischer Sprache statt.

Bilingualer Unterricht in Französisch

Dem bilingualen Unterricht in Französisch geht eine zweijährige sprachliche Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler voraus. Zu diesem Zweck wird in Klasse 5 und 6 eine Wochenstunde zusätzlicher Französischunterricht gehalten. Der Unterricht erfolgt nach dem normalen Geschichts- bzw. Erdkundelehrplan, der zusätzlich französische Themen behandelt bzw. andere Schwerpunkte setzt, und zwar überwiegend in französischer Sprache. Weitere Verständnisfragen, komplexere Zusammenhänge und das entsprechende Fachvokabular werden in deutscher Sprache erarbeitet.

Ab der Einführungsphase kann Geschichte bilingual dann im Rahmen des Oberstufenunterrichtes als Grundkurs gewählt werden. Es ist dann auch als Abiturprüfungsfach möglich. Die daran teilnehmenden Oberstufenschülerinnen und -schüler haben dann die Möglichkeit, das CertiLingua® Exzellenzlabel zu erwerben. Dabei handelt es sich um ein Sprachzertifikat für bilinguale Fremdsprachenkenntnisse sowie besondere Qualifikationen in europäischer und internationaler Dimension. Nähere Informationen hierzu finden Sie links unter Fremdsprachen > Sprachzertifikate.

Halbjahr Bilingual unterrichtetes Sachfach Stunden
7.2 Geschichte 3
Abwahlmöglichkeit am Ende von Klasse 7
8.1 Geschichte 3
Erdkunde 2
8.2 Geschichte 2
Erdkunde 3
9.1 Geschichte 3
9.2 Geschichte 3
Abwahlmöglichkeit am Ende der Mittelstufe
Oberstufe Grundkurs Geschichte (auch Prüfungsfach) 3

Zugang zum bilingualen Zweig

Alle Schülerinnen und Schüler, die in der 5. Klasse zum bilingualen Zweig angemeldet worden sind (Französisch 1. FS), nehmen am bilingualen Unterricht in Klasse 7 teil und lernen im Laufe der 7. Klasse diesen Unterricht kennen. Am Ende der 7. Klasse entscheiden die Schülerinnen und Schüler über den weiteren Verbleib oder das Verlassen des bilingualen Zweigs (ca. 6 Wochen vor Beginn der Sommerferien). Nach dieser Entscheidung können sie den bilingualen Zweig erst wieder nach der 9. Klasse verlassen. Aufgrund der zunächst etwas langsameren Progression ist eine gewisse Kontinuität (7.-9. Kl. verbindlich) erforderlich.

Leistungsbewertung

Im bilingualen Sachfachunterricht wird die Leistung im Fach Geschichte oder Erdkunde bewertet. Die sprachliche Leistung bei Halbjahresarbeiten oder Tests geht nicht in die Note ein, da die Fremdsprache in diesem Fall lediglich Medium und nicht Ziel des Unterrichts ist. Alle sprachlichen Fehler werden korrigiert, aber nicht als Fehler gewertet. Die sprachliche Leistung kann lediglich indirekt mitbewertet werden, wenn der Schüler oder die Schülerin sich so mangelhaft ausdrückt, dass die inhaltlichen Aspekte nicht mehr hinreichend dargelegt werden können und unverständlich bleiben.

Zielsetzungen

Der bilinguale Unterricht zielt auf eine annähernde Zweisprachigkeit sowie auf die Fähigkeit, in der Fremdsprache Französisch über zentrale Aspekte von Gesellschaft, Staat, Wirtschaft, Kultur und Natur zu sprechen. Er fördert das interkulturelle Lernen und leistet aufgrund des Perspektivenwechsels einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines europäischen und internationalen Bewusstseins. Er qualifiziert darüber hinaus für den europäischen Binnenmarkt, da die SchülerInnen, die den bilingualen Bildungsgang absolviert haben, über eine herausragende sprachliche aber auch fachliche Kompetenz verfügen.

Bilingualer Untericht bedeutet immer auch einen permanenten Perspektivenwechsel von der Sprache und Kultur des Ziellandes hin zur Muttersprache und Kultur des eigenen Landes. Diese interkulturelle Orientierung fördert die Offenheit gegenüber Fremdem und Andersartigem und führt zu einem tieferen Verständnis für die Besonderheiten der eigenen, vor allem aber auch der fremden Kultur und Gesellschaft. Die Konfrontation mit fremden Perspektiven und Lebensvorstellungen führt zur reflektierten Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Grundlagen und stellt damit einen entscheidenden Beitrag zur kulturellen und politischen Identitätsfindung dar.