Austausch und Auslandsaufenthalt

Zur Unterstützung des Fremdsprachenunterrichts führt die Humboldtschule bereits seit 1970 Schüleraustauschfahrten durch, sie stellen eine wichtige Komponente in unserer globalen Vernetzung dar. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf eine internationale Verständigung vorzubereiten und mit exzellenten Auslandsaufenthalten die Basis für die spätere universitäre Ausbildung und die berufliche Tätigkeit zu stärken. Die Unterbringung im Ausland erfolgt in Gastfamilien.

Frankreich-Austausch
Costa Rica (Spanisch)
Russland-Austausch nach St. Petersburg
Tansania (Begegnungsreise zur Mwanga High-School)

Auslandsaufenthalte (Oberstufe)

Immer mehr Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase (Klasse 10) verbringen ein Jahr im Ausland. Wir ermuntern sie dazu, da dadurch nicht nur Fremdsprachenkenntnisse, sondern vor allem Einblicke in ein fremdes Land, seine Kultur und Lebensgewohnheiten gewonnen werden. Gastschülerinnen und Gastschüler, die für einige Monate in Deutschland sind, besuchen in der Regel ebenfalls die Einführungsphase der Humboldtschule.

Nach dem Aufenthalt können die Humboldtschülerinnen und -schüler ihre Schullaufbahn in der Einführungsphase fortsetzen, sie können aber auch - u.U. nach bestandener Zulassungsprüfung - direkt in die Qualifikationsphase einsteigen. Über die Zulassungsprüfung entscheidet die Schulleitung. Sie wird ggfs. am Ende der Sommerferien abgenommen und umfasst die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, eine Naturwissenschaft und entweder Geschichte oder Politik und Wirtschaft. In Zusammenarbeit mit dem Kaiserin-Friedrich-Gymnasium und dem Gymnasium Oberursel bereitet alljährlich ein Sommerferien-Workshop die „Auslandsschüler/innen“ gezielt auf ihre weitere schulische Laufbahn vor. 

In der Download-Box befindet sich ein Handout zur Planung des Auslandsaufenthaltes. Weitere ausführliche Informationen über Aufenthalte im französischsprachigen Ausland finden Sie hier.

Erfahrungsberichte

Für Interessenten liegen die folgenden Erfahrungsberichte von Schülern vor:

  • England

    Zunächst einmal kann ich jedem stark empfehlen sich an eine Organisation zu wenden, um den Auslandsaufenthalt möglichst angenehm zu gestalten. Sie kennt sich mit den Schulen aus und hat eine langjährige Erfahrung. Sie regelt sämtlichen Schriftverkehr mit den Schulen und betreut den Schüler auch während des Aufenthaltes. Einmal angekommen ist man nach einer kleinen Eingewöhnungsphase schnell integriert, da in britischen Internaten besonders viel wert auf eine gewisse Sozialisierung im Umgang mit Mitschülern gelegt wird. Als Schüler ist man den ganzen Tag in die Schule eingeplant. Es gibt fast keine Minute in der man alleine oder ohne Aufgabe ist. In den ersten Unterrichtsstunden mag es einem noch schwer fallen, dem Inhalt zu folgen, doch dies legt sich nach einigen Tagen des „Reinhörens“.

    Zu den Stimmungsschwankungen ist zu sagen, dass es mir am ersten Tag sehr schwer fiel, mir vorzustellen die nächsten 6 Wochen in dem doch recht kleinen Zimmer zu verbringen. Wenn es dann Richtung half term und dem damit verbundenen Urlaub zugeht, freut man sich auf seine Familie und die zurückgelassenen Freunde. Auch das nochmalige Abreisen ins Gastland fällt dem ein oder anderen vielleicht schwer. Sobald man jedoch wieder im Schulalltag eingegliedert ist, gewöhnt man sich schnell wieder an das dortige Leben und genießt die Vorteile.

    Bei mir war es jedoch wenige Wochen vor der endgültigen Abreise so, dass ich mich wieder auf mein Heimatland freute. Kaum ging ich hier wieder zur Schule, vermisste ich aber die Zeit in England – kurz: War ich in England, vermisste ich Deutschland, war ich in Deutschland, vermisste ich England!

    Highlight des Aufenthaltes war auf jeden Fall das Wochenende in London, welches ich mit Jurij Lender in einer Wohnung, die einem Freund des Vaters gehörte, im Nobelviertel Chelsea verbrachte. London ist eine interessante Stadt und wir hatten eine Menge Spaß – günstig war es jedoch leider nicht.

    Ich bin der Meinung, dass jeder einmal einen längeren Auslandsaufenthalt erfahren sollte, da es einem hilft, das Leben mal aus einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Sachen die in Deutschland als Standard angesehen werden, gelten dort als Luxus und umgekehrt. Auch das Schulsystem ist sehr interessant, in meinen Augen sogar besser als das deutsche.

    Tipps:

    • Unbedingt mit einer Internatsberatung zusammenarbeiten – die Gebühren sind im Vergleich zum Aufenthalt sehr gering und es hilft wahnsinnig.
    • Benötigte Sachen (Anziehsachen, etc.) sind von Schule zu Schule unterschiedlich; man sollte sich aber unbedingt an diese Richtlinien halten (insbesondere, was die Schuluniform angeht).
    • Während des Aufenthaltes den Kontakt zu Deutschen relativ knapp halten, auch wenn es schwierig erscheint. Ich persönlich habe festgestellt, dass mein Englisch in den letzten Wochen stark litt, weil ich mich öfter mit anderen Deutschen unterhielt.

    Daten:
    Wann: 09/2004 - 12/2004
    Wo: Ratcliffe, England
    Organisation: Euro Internatsberatung

  • Frankreich

    Coucou!

    Ich heiße Jelena, bin 16 Jahre alt und habe den Mai des Jahres 2011 in Frankreich verbracht. Genauer gesagt in Pacy-sur-Eure, einem kleinen Städtchen in der Region Haute-Normandie nord-westlich von Paris.

    Während dieser Zeit habe ich bei der Familie meiner Austauschpartnerin Lissa gelebt. Mit meinen Gasteltern und Lissas Geschwistern habe ich viel Zeit verbracht und war sehr in ihren Alltag integriert. Mittwochs (für viele französische Schüler ein freier Tag) und an den Wochenenden waren wir oft unterwegs und ich hab so viel von der Umgebung gesehen. Beispielsweise die Gärten von Claude Monet in Giverny, Evreux (die nächste größere Stadt), Rouen, das Meer und natürlich Paris, das in einer knappen Stunde mit dem Auto zu erreichen ist.

    Zur Schule bin ich in Vernon gegangen, das etwa 20 Minuten von Pacy entfernt ist. Meine Schule war das Lycée Georges Dumézil, das viele Oberstufenschüler der Region besuchen und das aufgrund seiner 2000 Schüler und dem integrierten Internat einen echten Campus hat.

    Während meines Aufenthaltes war ich Schülerin der Klasse meiner Austauschpartnerin. Die Klasse ist eine „Première L“. Die Première entspricht der Jahrgangstufe „Q1/2“ des deutschen Schulsystems und das „L“ steht für den Schwerpunkt Sprache und Literatur.

    Für die Première beginnt der Unterricht um 8.30 Uhr und endet um 17 bzw. 18 Uhr. Den ganzen Tag in der Schule zu verbringen hat den Nachteil, dass man erst abends nach Hause kommt und nur an den Wochenenden Zeit für Hobbies hat. Aber es hat auch den Vorteil, dass die Mittagspause bis zu 1,5 Stunden dauert und man so auch noch nachmittags in der Lage ist wirklich am Unterricht teilzunehmen. In der Mittagspause geht man in die Kantine um gemeinsam mit seinen Freunden und Klassenkameraden zu essen und kann anschließend im Park des Lycées entspannen oder Hausaufgaben im CDI machen.

    Der Unterricht verläuft meist frontal und sich Notizen zu machen ist dringend notwendig! Fast alle Hausaufgaben habe auch ich dort erledigt und die Deutschhausaufgaben musste ich auf Französisch verfassen. Noten habe ich erhalten auf Hausaufgaben, Hausaufgabenkontrollen und eine mündliche Prüfung in Englisch, die mir in einem Zeugnis des Lycées bescheinigt wurden. Zu verdanken habe ich dies Madame Cade, die am Lycée meine Deutschlehrerin war und mich dort betreut hat.

    Für mich war die viele Zeit, die ich in der Schule verbracht habe, auf jeden Fall von Vorteil! Durch den festen Klassenverband habe ich viele, sehr nette Franzosen kennen gelernt, die aufgeschlossen sind und mich in ihre Klassengemeinschaft aufgenommen haben.

    Wenn ihr Interesse haben solltet an so einem Aufenthalt, klärt unbedingt vorher mit euren deutschen Lehrern ab, inwiefern ihr Klausuren ersetzen müsst und was ihr an deutschen Hausaufgaben zu erledigen habt, damit ihr im Zweifelsfall nicht doppelte Arbeit habt! Solltet ihr dies beachtet haben, kann ich euch wirklich nur raten über einen solchen Aufenthalt nachzudenken, da sich auch schon nach einem Monat die Sprache bessert. Neben der Verbesserung meiner Sprachkenntnisse hat mir die Zeit auf jeden Fall viele schöne Erinnerungen, neue Freunde, eine zweite Familie und Mut, Neues zu entdecken, beschert.

    Eure Jelena

    Daten:
    Wann: 05/2011
    Wo: Pacy-sur-Eure/Vernon, Frankreich

  • Neuseeland

    Hallo, mein Name ist Lisa und ich habe 11 Monate in Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland, verbracht. Ich habe dazu keine Organisation eingeschaltet, denn in der Regel haben alle neuseeländischen Schulen ein Programm für „International Fee Paying Students“, das die Vermittlung von Gastfamilie und so weiter vorsieht, denn es kommen sehr viele International Students aus dem asiatischen Raum nach NZ, die oftmals mehrere Jahre dort verbringen, um ihre gesamte schulische Ausbildung zu abolvieren. Ich habe mich also direkt beim Wellington Girls’ College, der ersten öffentlichen Mädchenschule in Wellington, beworben und wurde auch angenommen. Den Flug musste ich selber buchen, das Visum selbst organisieren und natürlich hatte ich auch keine Vorbereitungstreffen, aber ich bin auch ohne diese wunderbar klar gekommen und außerdem war diese Alternative sehr viel billiger, als eine Organisation dazwischenzuschalten.

    Einige Monate vor meiner Abreise hatte ich also alles organisiert und wartete dann nur noch auf meine Gastfamilie, die ich eine Woche vor Abreise „erhielt“. Ich reiste Anfang der unsrigen Sommerferien im Juli 04 ab und sollte zum zweiten Halbjahr in Neuseeland ankommen. Der Tag meiner Ankunft war sicherlich nicht der schönste meines Aufenthalts, ich war total fertig von dem langen Flug und kannte nichts und niemanden. Wirkliches Heimweh hatte ich zwar nicht, aber ich war heilfroh, dass ich erstmal geplant hatte, nur für ein halbes Jahr zu bleiben. Das änderte sich aber ziemlich schnell. Ich hatte noch Ferien und meine Gastfamilie zeigte mir erstmal die Umgebung, sodass ich mich relativ schnell eingewöhnte und sicher war, dass ich es hier auch ein ganzes Jahr aushalten würde.

    Mit meiner Gastfamilie hatte ich unglaubliches Glück! Sie bestand aus Mutter, Vater und drei Töchtern, von denen die älteste in Australien auf eine Balletschule ging. Am Anfang mussten wir uns natürlich erstmal kennen lernen, aber als wir uns ca. nach dem ersten halben Jahr richtig gut kannten, wurde sie immer mehr wie eine richtige Familie für mich und vor allem mit meinem Gastvater und meiner gleichaltrigen Gastschwester verstand ich mich sehr gut. Sie machten sehr viel mit mir, ich glaube mein Gastvater war richtig glücklich, einen „Vorwand“ zu haben, um wandern zu gehen und öfters übers Wochenende wegzufahren. Wir gingen oft wandern, ein paar Mal angeln, und sogar tauchen! Meine gesamte „Gastgroßfamilie“ nahm mich sehr offen auf, unterhielten sich mit mir über Deutschland, usw. Auch zur Kirchenjugendgruppe haben mich meine Gastschwestern mitgenommen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, weil ich dort unglaublich nette Leute kennen gelernt habe, mit denen wir auf Camps und Skifahren usw gefahren. Ich habe mich also wirklich bei ihnen wohl gefühlt. Natürlich gehört auch eine ordentliche Portion Glück dazu, beim ersten Mal die perfekte Familie zu finden und damit rechnen sollte man sicherlich nicht. Ich habe eigentlich fest damit gerechnet, die Familie mindestens einmal wechseln zu müssen, da mich die Homestaymanagerin der Schule nur von einigen Emails kannte und auch nur einmal bei meiner Gastfamilie gewesen war.

    Meistens ist es so, das die Gastfamilien pro Woche ca. 100 Euro für die Verpflegung des Gastschülers bekommen. Das klingt nicht so gut, weil es sicher immer mal wieder Familien gibt, die nur des Geldes wegen Schüler aufnehmen, aber generell ist das wirklich kein negativer Aspekt; meine Gastfamilie hätte es sich z. B. ohne diesen Zuschuss kaum leisten können, einen Gastschüler aufzunehmen.

    Zur Schule: Ich kann das Wellington Girls College nur empfehlen!!! Es ist akademisch eine gute Schule (vielleicht nicht unbedingt im Vergleich zu Deutschland, aber auf jeden Fall im Vergleich zu anderen dortigen Schulen), und die zuständigen Leute für die International Students sind prima! Die Homestaymanagerin der Schule, die alle Gastfamilien vermittelt hat und auch bei sonstigen Angelegenheiten zur Verfügung stand, hat sich unglaublich lieb um alle gekümmert, war immer für mich da und hat mich auch mehrmals mit in ihr Ferienhaus genommen. Letztens hat sie mich sogar in Deutschland besucht. Auch das Sport- und Musikangebot an der Schule ist sehr umfassend, überhaupt kein Vergleich mit Deutschland! Man kann so gut wie jede Sportart machen und sogar umsonst ein Musikinstrument erlernen. Ich fand es auch ganz lustig, einmal eine Mädchenschule zu besuchen, obwohl ich eigentlich keine großen Unterschiede zur gemischten Schule festgestellt habe.

    Mir persönlich hat die Schule eigenlich nicht so viel Spaß gemacht, WGC ist zwar wirklich top, aber den Unterricht empfand ich als ziemlich langweilig verglichen zu uns. An die PisaStudie glaub ich schon längst nicht mehr, in der ist Neuseeland nämlich auf dem 3. Platz und da kann ja irgendwas nicht stimmen!!! Ich war dort erst in der 12., dann in der 13. Klasse und kam mit dem Stoff eigenlich gut mit, obwohl ich hier erst in der 11. Klasse gewesen wäre. Man belegt dort auch nur 5 oder 6 Fächer und hat nur 6 Stunden am Tag. Die Fremdsprachen kann man komplett in die Tonne hauen, sie fangen erst in der 9. Klasse mit Fremdsprachen an und dementsprechend fürchterlich sprechen sie sie auch! Mathe und Bio waren zwar anspruchsvoller, aber eigentlich auch nur, weil es komplett Frontalunterricht war und ich nach 5 min abschaltete, weil ich nicht mehr zuhören konnte. So ging es auch den Neuseeländern, nur war ich zu faul, das ganze zu Hause noch nachzuarbeiten, also bin ich in den Fächern nicht so gut mitgekommen. Macht aber ja auch nix. Mal ehrlich, Pisa Studie hin oder her, in Deutschland lernt man echt am meisten! Wer im Auslandsjahr was lernen will, muss halt in ein Internat gehen.

    Außerdem habe ich es als echt schwierig empfunden, Zugang zu den neuseeländischen Mädchen zu bekommen. Vielleicht lags ja an mir, aber scheinbar hatten viele das gleiche Problem. Lasst euch davon aber nur nicht abschrecken! Ich habe viele Freundschaften unter den anderen Internationals geschlossen und außerdem hatte ich ja meine Gastfamilie und die Kirche. Neben der Schule habe ich noch Klavier- und Cellounterricht genommen, und Fußball und Volleyball gespielt. Einen Volkshochschulkurs für „Woodwork“ habe ich auch belegt, was viel Spaß gemacht hat.

    Als schulisch verloren würde ich das Jahr auf keinen Fall bezeichnen, auch wenn ich nicht sonderlich viel gelernt habe, es ist auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, diesen ziemlich anderen Schulgeist mitzuerleben!

    Große kulturelle Unterschiede gibt es zwischen Neuseeland und Deutschland nicht, einen Kulturschock bekommt man also bestimmt nicht. Das Englischlernen ist mir eigentlich relativ leicht gefallen. Am Anfang habe ich wirklich kaum etwas verstanden, aber ich konnte mir richtig selbst zusehen, wie ich immer besser wurde. Zum Schluss habe ich sogar im Fernsehen alles verstanden, als wäre es Deutsch.

    Ich habe mehrere Rundreisen in Neuseeland gemacht, was ich seeehr empfehle!!! Es bietet sich ja auch an, Neuseeland ist kaum bevölkert, sauber, sicher und soooooooo schön!!! Zuerst habe ich mit einer anderen Deutschen eine 5tägige Rundtour auf der Nordinsel gemacht; das war schön, aber noch schöner war es, als mich meine Mutter und Schwester in den dortigen Sommerferien, also Dezember/Januar besucht haben. Es war sehr schön, dass sie auch meine Gastfamilie kennen lernen und sehen konnten, wo ich ein halbes Jahr gewohnt hatte. Zusammen bereisten wir Nord- und Südinsel, leider erwischten wir den schlechtesten Sommer seit 60 Jahren, aber trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis! Später in den Herbsterien, also im April, habe ich eine Ferientour extra für Schüler gemacht, die alle möglichen Outdoor – Activities wie Kanufahren, Klettern, Camping etc beinhaltete. Diese Reisen kann ich auch nur empfehlen!!! Sie sind zwar nicht ganz billig, aber unvergesslich! Organisiert werden sie von einigen Outdoor – Lehrern (das gibt es als Schulfach an manchen Schulen!) und nennen sich „Learning Adventures“. Diese Tour war ganz bestimmt ein besonderes Highlight meines Aufenthalts, also wenn ihr die Gelegenheit habt, macht auf alle Fälle so eine Tour!!!

    Eigentlich hatte ich geplant, im Januar, also mit meiner Mutter u. Schwester, wieder nach Hause zurückzufliegen, aber ich entschied mich, den Aufenthalt auf ein Jahr zu verlängern; das war die beste Entscheidung meines Lebens! Natürlich ist ein halbes Jahr besser als nichts, aber ein ganzes ist einfach schöner! Es dauert schon ein halbes Jahr, bis man sich richtig richtig eingelebt hat und bis man die Gastfamilie so richtig kennt. Dies klingt zwar total erschreckend, aber während den ersten Monaten ist man so mit Einleben beschäftigt, dass man gar nicht merkt, dass man mehrere Monate dafür braucht. Mir haben eigentlich die letzten Monate meines Aufenthalts am besten gefallen.

    Irgendwann hieß es dann auch Abschied nehmen; es war wirklich das komischste aller Gefühle, mir vorzustellen, meine Gastfamilie zu verlassen und wieder nach Hause zu gehen! Natürlich habe ich mich auch wieder unglaublich auf zu Hause (und vor allem auf den Fanzösischunterricht zu Hause!!!!!) gefreut, aber der Abschied fiel mir unglaublich schwer. Vor allem, weil ich wusste, dass es ein Abschied für seehr lange sein wird, denn weiter weg als NZ geht kaum. Das ist der Vorteil, wenn man in ein europäisches Land geht, man kann die Leute leichter wiedersehen. Beim entgültigen Abschied am Flughafen habe ich Rotz und Wasser geheult, aber irgendwann während der 30 Stunden Flug habe ich mich dann doch wieder richtig auf zu Hause gefreut. Die Ankunft war total schön, es war einfach toll, Familie und Freunde (und Haustiere) nach so langer Zeit wiederzusehen! Irgendwie war es aber auch ein Schock, wieder daheim zu sein. Ich habe mir in den ersten Tagen öfters sehnsüchtig gewünscht, wieder „zu Hause“ in NZ zu sein, weil hier alles so komisch war, aber irgendwann kommt man dann auch wieder auf den Teppich zurück. Nach ein, zwei Wochen habe ich mich eigentlich wieder gut zu Hause eingelebt. Ich bin auch noch anderthalb Monate in die Schule gegangen, was gar nicht schlecht war, um wieder zurückzufinden.

    Für die anschließenden Sommerferien hatten einige Eltern eine Sommerschule organisiert, die in vier Wochen nochmal den wichtigsten Stoff der 11. Klasse nachholte. Dafür hatten wir dann zwar nur zwei Wochen Sommerferien, aber gelohnt hat sich diese Mühe auf jeden Fall! (Vor allem für Mathe..!) Generell lernt man im Ausland zwar weniger als hier, aber das macht wirklich nichts, sooo wichtig scheint die 11.Klasse nicht zu sein, bisher sind glaub ich alle eigentlich wieder gut mitgekommen. Mathe ist halt das einzige, wo es schwieriger wird, aber wenn man da ein bisschen nacharbeitet, ist das auch kein Problem. Und selbst wenn ihr wiederholen müsst – die Erfahrung im Ausland ist das allemal wert!!!

    Tipps:

    Planung:

    Wie gesagt, für NZ empfiehlt es sich, keine Organisation einzuschalten. Man muss generell Schulgeld zahlen als International Student, auch die Gastfamilien bekommen meistens Geld. Wer das nicht zahlen will/kann, sollte mal bei Organisationen wie AFS gucken, von denen habe ich nur Gutes gehört und wenn man über die nach NZ geht, muss man kein Schulgeld zahlen und auch die Gastfamilie bekommt kein Geld.

    Man kann beim Neuseeländischen Generalkonsulat in Hamburg ein Verzeichnis der meisten neuseeländischen Schulen mit Beschreibung, Adressen, Kosten etc anfordern (nicht vergessen: WELLINGTON GIRLS COLLEGE ;o)!!!), das fand ich persönlich sehr hilfreich bei der Auswahl.

    Ich glaube, es ist klüger, eher in eine größere Stadt als in ein kleines Kaff zu gehen, weil man in der Stadt einfach mehr Möglichkeiten hat. Auf dem Land ist man sehr auf sein Auto angewiesen, und in der Stadt gibt es Busse. Und eine neuseeländische große Stadt ist ohnehin höchstens so groß wie Bad Homburg ;)! Wellington ist auch sehr empfehlenswert für den Aufenthalt! Die Stadt ist richtig richtig schön, mit 400.000 Einwohnern nicht zu groß, der Verkehr ist gut geregelt, und es ist sehr zentral, man ist mit der Fähre nämlich schnell auf der Südinsel – sehr praktisch für Reisen!

    Den Flug solltet ihr auf jeden Fall rechtzeitig buchen, damit ihr die billigen Tarife kriegt!!! Der Flug ist ohnehin schweineteuer, und wenn man zu spät bucht, wird’s nochmal teurer. Ich habe den Flug über STA Travel gebucht, die kann ich sehr empfehlen, die sind nämlich vor allem was Schülertarife angeht, auf dem Laufenden.

    Ach ja, das neuseeländische Schuljahr beginnt ja im Januar, das ist ein bisschen doof, aber wenn ihr es einrichten könnt, versucht doch, von Januar bis Dezember zu bleiben! Ich glaube, das ist von der Schule her sehr viel schöner, weil man mit Sicherheit besseren Anschluss zu den Leuten bekommt

    Aufenthalt:

    Man darf nicht viel Freigepäck mitnehmen, also nehmt auch wirklich nur das Nötigste mit! Ich hab den Fehler gemacht, zwei Koffer mitzunehmen und musste auf dem Rückweg seeehr viel dafür bezahlen! (Für das Geld hätte ich mir den Inhalt wahrscheinlich nochmal kaufen können.) Man kann mit 20 Kilos auskommen, nehmt einfach alles in Handgepäck, das wiegt eh kein Mensch und was ihr braucht, könnt ihr dort noch kaufen. Kleidung kriegt man dort z.B. viel billiger als hier!

    MACHT AUF JEDEN FALL EINE RUNDREISE, WENN IHR IN NZ SEID!!!!!!!!!!!! Wie gesagt, „Learning Adventures“ sind sehr empfehlenswert, dann gibt es noch ein „Sir Edmund Hillary Outdoor Pursuits Centre“ in einem Nationalpark auf der Nordinsel, ich war da zwar nicht, aber es wurde mir sehr empfohlen. Aber die Homestay manager in der Schule helfen da bestimmt auch gern weiter.

    Rückkehr:

    Es ist seeehr empfehlenswert, während der Sommerferien eine Nachholschule zu organisieren, das hat mir sehr geholfen!!!

    Daten:
    Wann: 07/2004 - 06/2005
    Wo: Wellington, Neuseeland
    Organisation: keine
    Kosten: ohne Taschengeld ca. 13.000 €
    Weitere Ausgaben: ca. 2000€ (Taschengeld, Rundreise, Schuluniform etc.)

  • USA

    Was ich jedem ans Herzen legen möchte ist, dass dieses Jahr euch sehr viele Erfahrungen bringt, gute und schlechte. Ich werde euch nun von bestimmten Situationen, Problemen und schönen Momenten erzählen, die ich persönlich  für sehr interessant und wichtig halte:

    Ich hatte eine super Gastfamilie, doch es gab ziemlich große Probleme mit meiner Gastschwester. Geschwisterprobleme treten in vielen Fällen auf. Doch regeln sich die meisten Probleme mit der Zeit, meine Gastschwester und ich waren am Ende die besten Freunde.

    In der Schule lief es das ganze Jahr eigentlich sehr gut, doch zu Beginn hatte ich Probleme richtige Freunde zu finden. Freunde sind für mich etwas sehr Wichtiges und deswegen hat es mich ziemlich fertig gemacht und dadurch wurde mein Heimweh auch sehr groß. Nach fast zwei Monaten hätte ich fast alles aufgegeben und Tränen blieben da ganz sicher nicht aus. Doch es hat sich gelohnt durchzuhalten, es wurde von Tag zu Tag besser und es war endgültig die beste Zeit meines Lebens. Versucht offen zu sein, auch wenn das am Anfang sehr schwer fallen mag.

    Ich habe in der Schulmannschaft Volleyball gespielt und dann auch Leichtathletik gemacht und ich kann nur jedem empfehlen ,der sportbegeistert ist , dass er versucht dort  in die Schulmannschaft  zu kommen. Es macht auch nichts wenn ihr diese Sportart vorher noch nicht gemacht habt, ich habe auch dort neu mit beiden Sportarten angefangen. Das Wichtigste ist, dass ihr motiviert seit und eurer Bestes gebt. Sport ist dort eine Erfahrung für sich, es ist nicht mit dem deutschen Schulsport zu vergleichen. Ich möchte  betonen, dass es einfach sehr wichtig ist, dass ihr euch dort in das Schulleben mit einbringt. Egal ob es Musik, Theater, Kunst oder der „German Club“ ist. Schule ist dort ganz anders als hier, versucht so viele Sachen wie möglich auszuprobieren.

    Ich kann euch einfach nur empfehlen ein Austauschjahr zu machen, ihr werdet es nie bereuen.

    Daten:
    Wann: 2004 - 2005
    Wo: Oklahoma / USA
    Organisation: EF (Educational Foundation, www.ef.com).
    Kosten: Grundpreis für das Jahr mit EF waren ca. 6000 Euro, was zu dieser Zeit mittlere Preisklasse war.
    Weitere Ausgaben: monatliches Taschengeld, Reisen, „Weihnachtsgeld“ und ein Zuschuss für unsere Schulbälle.