Gegenwart und Geschichte

Die Geschichte der Humboldtschule ist von vielen Veränderungen geprägt. Diese schon von Anfang an notwendige Flexibilität wirkt sicherlich bis in die heutige Zeit, die Humboldtschule ist so eine Schule geworden, die traditionell auf Veränderungen eingeht und sich neuen Herausforderungen stellt.

1900: Städtische Höhere Mädchenschule

Der Ursprung der Humboldtschule geht auf eine höhere Mädchenschule zurück. Im 19. Jahrhundert waren mehrere Privatschulen in Homburg entstanden, die den Mädchen Französisch und Englisch sowie Handarbeiten beibrachten. Das bekannteste war das von Franz Seidenstricker im Jahr 1844 gegründete und von Louise Reuter fortgesetzte Mädcheninstitut, aus dem am 1. April 1900 die „Städtische Höhere Mädchenschule“ erwuchs.

1904: Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule

Nach einer kurzen Übergangszeit in der Castillostraße 16 bezog sie das neuerrichtete Gebäude in der Gymnasiumstraße 3. Von 1904 an hieß sie „Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule“, sie trug damit den Namen der letzten deutschen Kaiserin. Der erste Schulleiter Carl Blümlein sorgte für die Umwandlung der Schule in ein Lyzeum bis zur 10. Klasse. Ab 1926 konnte man die Oberstufe in Frankfurt und ab 1934 in dem benachbarten Jungengymnasium „Kaiserin-Friedrich-Schule“ (KFS) besuchen. 1941 gab es die ersten Abiturientinnen an der eigenen Schule.

1946: Realgymnasium für Mädchen

Der 2. Weltkrieg erschwerte den Schulalltag nachhaltig. Ab November 1944 wurde das Schulgebäude in ein Lazarett umgewandelt; die Mädchen mussten in die benachbarte KFS umziehen. Am 8. März 1945 zerstörten Brandbomben das verlassene Lyzeumsgebäude. Der Unterricht kam immer mehr zum Erliegen. Von 1946 bis 1949 fand der Unterricht in der KFS statt. Danach bezogen die Schülerinnen das neuerrichtete Stammgebäude in der Gymnasiumstraße 3. Das „Realgymnasium für Mädchen“, wie die Schule seit 1946 hieß, bekam wegen des großen Zuwachses Raumprobleme. Deshalb wurde am damaligen Stadtrand in der Jacobistraße eine neue Schule errichtet und am 16. August 1962 eingeweiht (damals nur der Schustertrakt und ein Atriumsbau).

1967: Humboldtschule

Im Herbst 1967 wurden die ersten Jungen im Rahmen der neueingeführten Koedukation eingeschult. Spätestens jetzt musste ein neuer Schulname her. Man entschied sich schließlich für den Namen „Humboldtschule“ und bezog sich auf die beiden Brüder Humboldt als Repräsentanten der Geistes- und Naturwissenschaften.

Da ab 1968 die Gefahr bestand, dass es in Bad Homburg nur eine gymnasiale Oberstufe geben sollte, richtete die Humboldtschule schon ab 1971 den Kursunterricht ein, desgleichen ab 1976 in Zusammenarbeit mit der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) die Möglichkeit der Teilqualifikation zum Bankkaufmann. Die Schulleitung stellte im Jahr 1985 in einer Gesamtkonferenz den Antrag auf Umwandlung der HUS in eine Gesamtschule. Mit 63 zu 62 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

1968 - 1986: Erweiterungen

Mit der Einführung der Koedukation wuchs die Raumnot von 1968 an kontinuierlich, sie hatte teilweise dramatische Auswüchse. So wurden nacheinander zuerst Schichtunterricht eingeführt, dann Baracken aufgestellt, 1974 ein Neubau mit der GKS in die Wege geleitet, der ab 1980 schon eine Aufstockung um 2 weitere Etagen erfuhr, und schließlich ein Erweiterungsbau am Schustertrakt errichtet. Die 1986 gebaute Sporthalle wurde gemeinsam mit der GKS genutzt.

Innerhalb des Fremdsprachenunterrichts wurde ein Schüleraustausch mit zwei Schulen in Frankreich und in England sowie mit einer Schule in den USA eingerichtet. Es gab auch zeitweise Schulkontakte mit Terracina und eine Schulpartnerschaft mit St. Petersburg.

Seit 1996: UNESCO-Projekt-Schule

1996 wurde die HUS UNESCO-Projekt-Schule. Der Schwerpunkt liegt hier in der Partnerschaft mit der Mwanga-High-School in Tansania. Viele Aktionen und Begegnungen weckten das Interesse und die Hilfsbereitschaft bei den Eltern und Schülern. Im Rahmen der Etablierung des internationalen Profils der HUS wurde 1997 der bilinguale Unterricht in Französisch eingeführt. In das Schulprofil nahm man auch die Stärkung des Umweltbewusstseins auf sowie die Verwendung neuer Medien auf. Nach wie vor geben die Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Kunst, Musik, Theater und Sport der Schule ihr Gepräge.

Seit 2003: Sanierung und Erweiterung

Im Rahmen des groß angelegten Schulbauprogramms des Hochtaunuskreises wurde die HUS seit 2003 kontinuierlich saniert, modernisiert und ergänzt, bis hin zur Erweiterung des Schulgeländes auf die Gebäude der ehemaligen Georg-Kerschensteiner-Schule an der Urseler Straße. Über die verschiedenen Stadien dieser Entwicklung können Sie sich links unter Bauliche Entwicklung informieren.

2008 bis 2013: Eigenverantwortung und globales Lernen

Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die Humboldtschule ihre globale Ausrichtung verstärkt wahrgenommen und ausgebaut, und eine weitere zentrale Zielsetzung wurde verfolgt: die Eigenverantwortung der Schüler/innen.

Globales Lernen:

Eingeführt wurde das Model United Nations (MUN), bei dem Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule nach einjähriger Vorbereitung zu einer internationalen Konferenz mit Jugendlichen aus aller Welt reisen. In vier Tagen nimmt jeder Teilnehmer die Rolle eines Diplomaten der Vereinten Nationen ein und alle Diplomaten debattieren aus Sicht verschiedener Nationen über reale Themen der UNO.

Im Jahr 2009 sind Schülerinnen und Schüler erstmals im Rahmen einer Lernreise nach Tansania gereist, um dort mit den Schülerinnen und Schülern der Mwanga High School gemeinsam zu arbeiten und zu lernen. Seitdem finden gegenseitige Besuche statt.

Von der Kultusministerin des Landes Hessen wurde die Humboldtschule 2011 als CertiLingua Schule anerkannt. Mit dem Exzellenzlabel CertiLingua werden Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet, die mit dem Abitur besondere Qualifikationen in europäischen und internationalen Dimensionen nachgewiesen haben. Das CertiLingua Exzellenzlabel soll den Absolventinnen und Absolventen den Zugang zu international orientierten Studiengängen erleichtern.

3 for one goal ist ein 2010 eingeführtes Projekt, bei dem die Humboldtschule mit ihren Partnerschulen in Frankreich und Tansania zusammen an einem gemeinsamen Ziel arbeitet und alle drei Schulen einen Tag lang soziale Projekte unterstützen.

Zahlreiche Projekte, die Einführung verschiedener Arbeitsgruppen und vielfältige Aktionen haben die internationalen Ziele der Humboldtschule als UNESCO-Projektschule verstärkt.

Eigenverantwortung:

Im Jahr 2009 wurde die politische Vertretung der Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule unter der engagierten Leitung ihres Schulsprechers Ludwig Scherm weiter entwickelt und das Schülerparlament der Humboldtschule eingeführt, das jährlich mehrfach tagt.

Seit 2012 hat die Humboldtschule einen neuen Internetauftritt, der von einem Schülerteam, (Tobias Dorra, Simon Edelmann und Christian Vornhagen) unter der Leitung von Herrn Nolting organisiert wurde. Die selbstständige Arbeit der Schüler im Team führte zu bemerkenswerten Leistungen.

Im Jahr 2011 wurde bei der feierlichen Entlassung der Abiturientinnen und Abiturienten erstmalig der Humboldtpreis für herausragendes Engagement an der Humboldtschule vergeben.

2013 bis 2017: International und schülerorientiert

Seit 2013 gibt es eine weitere Partnerschule in Costa Rica, das Gymnasium Franz Liszt, mit dem jährliche Austausche stattfinden. Spanisch als 2. Fremdsprache ist eingeführt.

Die Humboldtschule wird mit dem Schulpreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet, der von Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue in einer feierlichen Veranstaltungübergeben wurde.

Im Jahr 2016 wird das Dialogprojekt "Frieden zuerst" mit der Partnerschule in Mwanga Tansania durchgeführt. Damit wird die Dialogebene mit der Mwanga High School verstärkt und die Partnerschaft in die Zukunft geführt: Begegnung als Partner mit gleichen Zielen und gemeinsam getragenen Vorhaben.

In dem 2015 eingerichteten bilingualen Kurs Politik und Wirtschaft in der Einführungsphase werden die Schülergruppen, die im Rahmen des MUN-Projektes die UNO in New York und Washington besuchen, auf die Teilnahme vorbereitet. Damit wird sowohl das Erlernen der Fremdsprache Englisch in hohem Maße intensiviert als auch eine äußerst differenzierte Vorbereitung auf politische Zusammenhänge im global internationalen Kontext geleistet. Seit 2016 wird Politik und Wirtschaft auch bilingual (Englisch) in bestimmten Klassen der Jahrgangsstufe 8 unterrichtet.

Für den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ist ein Konzept erarbeitet worden, das vom Klassenlehrertraining bis hin zu einem differenzierten Programm in den ersten Wochen der Fünftklässler reicht.

Das Konzept der Berufsorientierung wurde erweitert und wesentlich optimiert. In Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität in Frankfurt, dem Rotary Club Friedrichsdorf, wichtigen lokalen Firmen, dem Arbeitsamt u.a. Partnern entstehen kompakte Informationsveranstaltungen für die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase. 

Die Humboldtschule engagiert sich 2015/2016 bei der Flüchtlingshilfe mit zahlreichen Aktionen, Deutschkursen und Bereitstellung von Räumlichkeiten. Zu Beginn des Jahres 2016 werden Intensivklassen für die Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprachen gebildet.

Die SV engagiert sich in Fair Trade Projekten, und die Humboldtschule unterstützt mit zahlreichen Aktionen die Bewerbung der Stadt Bad Homburgs als Fair Trade Stadt. Die Steuergruppe Fair Trade Schule bündelt die zahlreichen Aktivitäten der Humboldtschule zu Fair Trade.

Im Schuljahr 2016/2017 entscheidet die Humboldtschule sich mit der Beteiligung der gesamten Schulgemeinde für die Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2017/2018.

Die Schulleiterin Frau Oberstudiendirektorin Ursula Balser wurde nach neun Jahren als Schulleiterin der Humboldtschule feierlich verabschiedet. Ihr Dienst endete am 31. Juli 2017.

2017: Neue Herausforderungen

Die Humboldtschule steht nun vor der Herausforderung, ihr vielfältiges Engagement im Rahmen der Rückkehr zu G9 in einem schlüssigen Gesamtkonzept weiterzuführen. Unser neuer Schulleiter Herr Oberstudiendirektor Stefan Engel, der übergangslos im Anschluss an Frau Ursula Balser zum 01.08.2017 die Leitung der Schule übernahm, wird nun die weiteren Geschicke der Schule begleiten und lenken. Wir sind gespannt auf die Entwicklungen der nächsten Jahre und werden selbstverständlich weiterhin darüber berichten.

2018 wurde der Humboldtschule erneut das Prädikat Schwerpunktschule Musik vom Hessischen Kultusministerium verliehen.