Mathematik-Olympiade

Datum: 10.05.2017
Zeit: 08:00

Abiturienten der Humboldtschule nehmen erfolgreich an der Mathematik-Olympiade teil

 „Es ist einfach ein wahnsinniges Glücksgefühl, wenn man eine Mathematik-Aufgabe gelöst hat“, antwortet Abiturient Simon Raßmann auf die Frage, was seine Motivation sei, jedes Jahr aufs Neue an der Mathematik-Olympiade teilzunehmen. Zum sechsten Mal hat Simon an diesem bundesweiten Knobel-Wettbewerb teilgenommen: In diesem Jahr hat er nicht nur den dritten Platz in der Landesrunde errungen, sondern auf Bundesebene – gemeinsam mit seinen hessischen Mitstreitern - sogar den zweiten Platz belegt. Lediglich die Schüler aus Bayern zogen an ihnen vorbei und sicherten sich den ersten Platz.

Bescheiden lächelnd sitzt er da, das blonde Haar auf der linken Seite gescheitelt erzählt Simon von seiner Teilnahme an der Bundesrunde in Bremerhaven Anfang Mai. Bescheiden winkt er ab, wenn die Anwesenden beeindruckt sind von seiner Leistung und ihn loben.

Mit viel Hartnäckigkeit hat der 18-jährige diesen Sieg gemeinsam mit elf hessischen Mathe-Cracks errungen und sich durch zwei viereinhalb stündige Klausuren mit jeweils drei Aufgaben gekämpft. Was für den Mathemuffel wie der purer Horror klingt, zaubert Simon ein Strahlen ins Gesicht – es sei einfach faszinierend, selbstständig Dinge zu beweisen und sich von der Schulmathematik zu lösen, wo man in der Regel „nur“ erlernte Verfahren anwende.

Dass Simon eine außerordentliche Begabung für das Fach Mathematik hat, offenbarte sich schon früh. In der 6. Klasse besuchte der Schüler den Mathe-Expertenkurs der Humboldtschule und beeindruckte seine Mitschüler schon damals, indem er unzählige Nachkommastellen der Zahl Pi aus dem „Effeff“ beherrschte. Nur logisch, dass das Nachwuchstalent in seinem Leistungskurs Mathematik locker die 15 Punkte schaffte und seine Tutorin Muniz schwärmt, dass es ein Vergnügen gewesen sei, ihn zu unterrichten. Dass es im Wintersemester für Simon an die Hochschule in Darmstadt geht, steht für ihn schon fest, denn die Uni dort sei einfach eine der „Topp-Unis für Mathe in Deutschland“.

Wer jedoch glaubt, dass Mathematik Männersache sei, der täuscht sich gewaltig. Alea Hofstetter, Simons Klassenkameradin, hat sich von ihm anstecken lassen und in diesem Schuljahr auch an der Mathematik-Olympiade teilgenommen. Dass sie es „auf Anhieb“ in die Landesrunde geschafft habe, habe sie dann doch überrascht. Da ist Alea aber ganz sicher die einzige, denn wer sie kennt, der weiß, dass die Achtzehnjährige in allem, was sie tut, brilliert und ausgesprochen ehrgeizig ist. Und dass man auch als Mathe-Crack eloquent parlieren kann, beweist sie im Gespräch mit einer Nonchalance, die besticht. Nach dem Abitur geht es für die Ausnahmeschülerin aber erst einmal nach Australien - nach Toowoomba. Dort macht sie ein Freiwilliges Soziales Jahr, um neue Eindrücke zu gewinnen und um herauszufinden, was sie „mit dem Leben wirklich so anfangen will“.

Man könnte befürchten, dass die Schulgemeinde der Humboldtschule traurig ist, solche Talente zu verlieren: Aber sie schaut mit Stolz auf diese beiden Ausnahmetalente, die auch sie hervorgebracht hat. Die Fußstapfen der beiden Abiturienten sind zwar groß, aber es schlummern sicher noch weitere mathematische Talente an diesem Gymnasium, die in diese hineintreten werden.