Schüler*innen der HUS gewinnen den 1. und 2. Preis des Schulkunstwettbewerbs Hochtaunuskreis

Datum: 10.03.2017
Zeit: 20:30

Vollkommener Teint, sinnliche Lippen, vollendet geschwungene Augenbrauen – verführerisch schaut Medusa dem Betrachter tief in die Augen. Schaurig-schöne Meereswesen wie Octopus, Seeschnecken, Seesterne und Algen zieren und verunzieren dieses erotische Fabelwesen, das sich kopfüber in wellenförmigen Scherben in der Galeria Artlantis spiegelt. Schleichend und kaum merklich verwandelt sich die sirenengleiche Schönheit zu den Klängen von Underwater Love vor den Augen des Betrachters; zieht ihn mit ihrer erotischen Aura magisch in ihren Bann.Geschaffen wurden diese Medusen der besonderen Art vom WU-Kurs Kunst der Klassen 9 unserer Schule unter der Leitung von Inken Dietrich. Die entstandene Serie digitaler Fotomontagen, in denen der makellose Körper eines Beauty-Models, das eigentlich Werbung für ein Hautpflegeprodukt macht, mit Fragmenten verschiedener Meerbewohner dekoriert, ja fast entfremdet wurde, sicherte den zweiten Preis des diesjährigen Kunstwettwerbs. Übergeben wurde der Preis von der Kreisbeigeordneten Katrin Hechler in einer feierlichen Stunde zur Ausstellungseröffnung am Freitag, den 10. März.

Teilgenommen hatten an diesem Wettbewerb 13 weiterführende Schulen des Hochtaunuskreises, deren Werke sich allesamt dem kritischen Urteil einer Fachjury stellen mussten. „Als wir die anderen tollen Werke bei der Eröffnung gesehen habe, waren wir echt beeindruckt und haben uns erst einmal keine so große Chance ausgerechnet, erzählt Emily Wiebers vom WU-Kurs Kunst sichtlich begeistert, „umso mehr haben wir uns über unseren 2. Preis gefreut.“Lehrerin Inken Dietrich, die für die Kunst brennt und mittlerweile immer als heiße Kandidatin für Wettbewerbe ins Rennen geht, vertraute von Anfang an den mannigfaltigen Talenten ihrer Schüler. Noch immer ist sie ganz begeistert – vom Ergebnis, aber auch vom Entstehungsprozess. „Man entdeckt einfach immer wieder schlummernde Talente“, erzählt Dietrich. Vor allem Bilal aus Pakistan, der erst seit Dezember an der Humboldtschule ist, sei „ein echter Glücksgriff“ gewesen. Mit seinen tollen Ideen und seiner zupackenden Art hat der Schüler die digitalen Fotomontagen in der Galerie mit Inken Dietrich am Tag der Eröffnung erst so richtig in Szene gesetzt.

Überzeugen konnte an diesem Abend, der ganz im Zeichen der (Schul-)Kunst stand, auch Heyko Spittel mit seinem Orientierungskurs aus der E-Phase. Gemeinsam wurden sie mit einem sechzehnteiligen Tableau mit dem ersten Preis des Wettbewerbs ausgezeichnet.

Ihr Stillleben besteht aus fauligen Orangen und einer schokoladig-triefenden Sahnetorte. So echt wirkt beides, dass es den Betrachter wohlig-angeekelt die Nasenflügel zucken lässt. Die Schimmelhaare meint man fassen und die Schokoschnitte einfach vernaschen zu können, so anschaulich haben die Orientierungskurs-Schüler die Lebensmittel in Szene gesetzt. Der kopflose Mann, der vorüberhastet, schenkt dem Überfluss im negativen und positiven Sinne keinerlei Beachtung. Wichtig ist eben nur, das vermittelt dieses überdimensionale Gemeinschaftswerk nachdrücklich, dass alles für jeden und zu jeder Zeit zur Verfügung stehen muss – die Supermärkte mit ihrer kundenfreundlichen 24/7-Mentalität und der Verbraucher, der nachts um drei frische Trüffel konsumieren möchte, bekommen hier eindrücklich ihr Fett ab.; und auch der Besucher der Ausstellung muss sich an die zuckende Nase fassen.

Da nach dem Wettbewerb an der der Humboldtschule auch immer wieder vor dem Wettbewerb ist, wundert es nicht, dass Heyko Spittel schon jetzt über sein nächstes Projekt pondert, und auch Inken Dietrich schon wieder voller Ideen ist. Dass dieses Erfolgsteam und die Schüler unserer Schule auch im nächsten Jahr wieder ins Rennen gehen und die kreativen Köpfe auch dann wieder rauchen werden, steht zweifellos außer Frage: Ein Fest für die Sinne und ein Feuerwerk der Impressionen dürfen schon jetzt erwartet werden! (Hu)